Nuggets · Work-Life Balance

MomentMal

MomentMal
Schneeweißes Momentmal in den Ammergauer Alpen. Foto: Volker Kämpf

Am Ende eines Jahres müssen immer alle ein Fazit ziehen in diesem Land: Wer wird Sportler des Jahres? Was ist das Wort, was das Unwort des Jahres? Welches werten wir als Foto des Jahres? Das Ereignis aus Jahr X? Und so weiter. 365 Tage voll mit Momenten, die meisten unbewusst wahrgenommen. Was sticht da heraus?

Eine altbewährte Übung in meinem wissenschaftlichen Arbeitsumfeld besteht darin, die „Erfolge“ des Jahres aufzulisten. Da mir der Begriff des Erfolgs nicht behagt, spreche ich von der Liste lieber als einem Bilanznotat. Die Übung besteht also darin, alles zu notieren, was wir gemacht oder geleistet haben. Das kann in der Wissenschaft einiges sein. Neben einer seitenlangen Liste an Speziellem ergibt dies auch folgende Erkenntnisse:

  • Vieles geriete in Vergessenheit, auch wenn es zum Zeitpunkt der Erarbeitung ein alles bestimmendes Thema, manchmal eine dunkle to do-Wolke war, wären wir nicht angehalten, es zu notieren ( – Aufschreiben hilft – ).
  • Würde uns jemand zu Jahresbeginn sagen: „All dies soll dein Werk für die kommenden 12 Monate sein. – Und mehr!“, würden wir diesen Jemand wahlweise auslachen oder schnell zu Plan B hinüberwechseln ( – nicht-Wissen kann auch ein Segen sein – ).
  • Der dritte und sicherlich erhellendste Punkt ist aber der zu erkennen, wo eigentlich die Zeit geblieben ist. Die Zeit, diese unsere Freundin und Feindin webt sich ins Notat und lässt sich nicht über-, aber zumindest auflisten. Dass wir sie am Ende des Jahres, nach 365 Tagen, auffangen wollen und in Augenschein nehmen, liegt in der Ironie der Sache ( – je mehr Zeit, desto weniger, je weniger desto mehr – )

Am Ende jedes Jahres ein Fazit: die Notationen sind immer spezifisch, gleich indes bleiben die Erkenntnisse:

Die Neugierde war und bleibt der Motor; den Rückenwind leiht die Leidenschaft; Inseln schaffen kleine Fluchten – Freunde zum Beispiel, ein Tanz, Musik im Körper, übers oder durchs Wasser gleiten, den Berg hinauf, hinab oder durch die Wälder stromern. Und bei allem nicht vergessen, dass die Kerneinheit doch der Moment.


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