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Leu. Bukolisch?

Lione Venezia Nic Leonhardt
Löwe im Dickicht. Giardini, Venezia (photo: Nic Leonhardt)

“Was für ein herrlicher Wald!”, rief der Löwe und sah sich erfreut um. “An so einem schönen Ort war ich noch nie.” “Ich finde ihn eher unheimlich”, sagte die Vogelscheuche. “Überhaupt nicht”, sagte der Löwe. “Hier und nirgendwo sonst möchte ich leben. Fühl doch nur, wie weich das Laub unter den Füßen ist, und sieh, wie saftig und grün das Moos ist, das sich an diese alten Bäume schmiegt. Ein behaglicheres Zuhause kann sich ein wildes Tier gar nicht wünschen.” (Der Zauberer von Oz)

 

Wer (wie ich) den Löwen in seinem Namen trägt, ist empfänglich für Löwenbilder. In meinem aktuellen Wohnort München gibt es so viele Löwen im Bild/nis wie Gondeln in Venedig. Vor der Residenz hockt eine Löwenskulptur mit gülden leuchtender Nase: Die Münchner stoppen am Leu, wann immer sie ihn passieren, und rubbeln sein Riechorgan. Das bringt Glück. Und Geld. Sagen sie. München ist wohlhabend. Es hat hier ‘viel Löwe’. –

Noch mehr Löwen lungern in Venedig. Als ich in der vergangenen Woche die Biennale dort besuchte und die Giardini passierte, lugte dieser steinerne Löwe aus dem Dickicht hervor. Sein Gesichtsausdruck – konsterniert – lässt vermuten, dass ihm das Grün über die Jahre gewaltig über den Kopf gewachsen…. Mehr vom Guten ist zu viel. Ein Embarras de Richesse. Wohl gebrüllt? Bukolisch geseufzt, Löwe.

bildende Kunst · Haiku · Literatur, Lyrik · Mensch & Tier · visual arts

Kunst ab, aus, an. Oder: Victoria’s Secret (#Haiku)

hylas
John W. Waterhouse (1849–1917), Hylas und die Nymphen

Magischer Lockruf.

Sur le pont, – jenseits lebt Kunst!

Spiel – Farbe – Stil – Fauves.

 

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*) Anfang Februar 2018 entfernte die Manchester Art Gallery das Bild Hylas und die Nymphen des Präraffaeliten John William Waterhouse (1849–1917) temporär aus der Ausstellung. Das Bild entbehrte für eine Weile den menschlichen (männlichen?) Blick. Die Aktion war unter anderem eine Re-Aktion auf die #metoo-Debatte. Derweil hängt die Arbeit wieder.