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Im Rampenlicht: “The Theatre Cat”

Historische Forschung im Archiv generiert ihren Zauber auch durch unverhoffte Funde, die sich beim Durchblättern von Materialien auftun. Die Abweichung vom eigentlichen Fokus, vom wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse, das der Entscheidung, einen Korpus zu sichten, stets vorausgeht, ist nicht zu planen. Die Aufmerksamkeit wird (ab-)gelenkt, wenn sich ein Stichwort oder ein Bild in den Augenwinkel schiebt, auf das ein anderes berufliches oder auch persönliches Interesse geeicht ist. Diese Ablenkungen sind höchst willkommen. Denn durch sie kann im besten wissenschaftlichen Sinne der Zufall eine neue Idee zuspielen – auf anderen Ebenen mag er in einem Schmunzeln münden, und plötzlich fühlt man sich dem historischen Material noch ein Stückchen näher. Es wird ‘heutiger’.

The Theatre Cat New York Dramatic Mirror March 1894

Cat content ist so eine Aufmerksamkeitsumlenkungsfalle. Als Begriff recht rezent und in enger Verbindung mit digitalen (sozialen) Medien genutzt, als Phänomen aber doch mindestens so alt wie die Presse. Gefunden in einer März-Ausgabe des New York Dramatic Mirror aus dem Jahr 1894 (einem Fachjournal für die darstellenden Künste), – zufällig natürlich – , offenbart der Artikel “The Theatre Cat”, dass man auch vor 124 Jahren mit Speck schlicht Mäuse fing. In den Medien wie im Theater. Im Kontext der entsprechenden Zeitungsseite ist die Meldung gar einer Personalie vorangestellt, und auch hinsichtlich der Zeichenanzahl sind die Prioritäten hier klar gesetzt: im Rampenlicht gewinnt das Feline! Im geschilderten Fall stiehlt eine gelbe Katze dem Hamlet-Darsteller die Show, Shakespeares Stoff die Tragik, und dem porträtierten Courtlandt Palmer den Medienauftritt für sein Debüt als Pianist:

The Theatre Cat New York Dramatic Mirror March 1894

“EVERY well-organized theatre – like every well-conducted newspaper – should have a cat. And there are probably few theatres in New York that do not keep one of those useful animals for the purposes for which the cat seems to have been created. But there are theatres that keep a cat so carelessly that the feline, when supposed to be watching for rats or mice in some dark corner, now and then walks disconcertingly in upon some critical scene in a play and queers the performance. 

The unexpected – especially if it be in the theatre – seems always to please an audience, if it has no element of danger. If it have [sic] an element of absurd contrast, the surer it will be to please. And the love of the ludicrous is so strong that the average theatre auditor will relax from intense sympathy with a sublime personation even of SHAKESPEARE to exercise the risibles over the accidental advent of a cat upon the scene. 

This is suggested by the interruption of a performance of Hamlet in the Schiller Theatre, Chicago, the other day, by a yellow cat that became meteorically active from stage fright the moment it confronted the footlights.

The animal alarmed as well as disconcerted the actors on the stage, not excepting the star himself, and it was some minutes after it had disappeared “like a yellow streak” from the scene that anything like seriousness was restored. As it was, Hamlet from that moment ceased to be tragedy for that night. 

We in New York see the cat occasionally; and whether it be yellow or black, brindle or gray, the result is always the same. Not even the most intense and exciting moment of an IRVING production can successfully withstand the intrusion of a cat.”

(The New York Dramatic Mirror, 3 March, 1894)

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Buchbesprechung · Erinnerung · Fotografie · Media History · Photography · visual arts · Visual Culture

Rezension: “Eine Fotografie. Über die transdisziplinären Möglichkeiten der Bildforschung” (I. Ziehe & U. Hägele, 2017)

 

3664grossBilder tragen in ihrer Gegenwärtigkeit Vergangenes. Historizität.

Walter Benjamin schreibt bekanntlich in seinem Kunstwerk-Aufsatz, man habe lange behauptet, dass „’Nicht der Schrift-, sondern der Photographieunkundige […] der Analphabet der Zukunft‘“ sein werde. Allerdings müsse doch aber „nicht weniger als ein Analphabet ein Photograph gelten, der seine eigenen Bilder nicht lesen“ könne, womit er darauf abzielt zu fragen, ob nicht eigentlich „die Beschriftung […] zum wesentlichsten Bestandteil der Aufnahme“ werde.

Immerhin tragen heutige digitale Bilder ihre Informationen mit sich, ihre Metadaten, bestehend aus Angaben zur Zeit, oft Geodaten zum Ort der Aufnahme, Daten zu ihrer Auflösung, ihren Maßen. Damit ist künftigen Generationen von Bildforschern schon ein gutes Stück geholfen. Annotationen der Bildkreier und ihrer Betrachter tragen ihr übriges bei, digitale Bilder zu kontextualisieren. Was aber, wenn diese Informationen fehlen, wie bei älteren Fotografien üblich? Wenn Fotografie oder visuelles Artefaktum ‚nackt‘ daher kommen, ohne Metadaten, ohne Kontext? Dann wird aus einer möglicherweise einst (für die Fotografen, Knipser, ihre Rezipienten oder die dargestellten Subjekte) bedeutsamen Aufnahme schlicht „eine Fotografie“. Dies fragen und befragen die Autoren – Bildwissenschaftler, Archivare, Kuratoren, Fotografen – in dem von Irene Ziehe und Ulrich Hägele herausgegebenen und 2017 bei Waxmann erschienenen Band Eine Fotografie. Über die transdisziplinären Möglichkeiten der Bildforschung.

Für HSozKult habe ich den Band besprochen.

Irene Ziehe, Ulrich Hägele (Hg.): Eine Fotografie. Über die transdisziplinären Möglichkeiten der Bildforschung. Münster: Waxmann 2017.

 

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Greatest Showman. Digitale Spuren

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(The) Greatest Showman. Hugh Jackman als P.T. Barnum.

Das Kino entdeckt die Show um die Show derzeit wieder neu, populäre Unterhaltungsformen, die zu Zuschauermagneten wurden, als es noch kein Kino gab, keinen Fernseher, – von Konsolen und Netflix nicht zu reden. Das 19. Jahrhundert ist dahin gehend eine wahre Wundertüte.

Als romantisierte flitterglitterpopcornige Spektakeltüte kommt auch der Film The Greatest Showman  von Michael Gracey daher, der seit 4. Januar 2018 in deutschen Lichtspielhäusern läuft. Es gab zahlreiche Vorberichte und Features zum Film, ebenso wie es bereits ausreichend Kritiken gibt. Wie stets, wenn es um Stoff geht, der “nach wahren Begebenheiten” gestrickt ist, wird dort unermüdlich um die “Authentizität” gefeilscht, die Diskrepanz von “damals und heute” und die Diskussion darüber, ob nun zu viel oder zu wenig Spektakel, ob zu viel oder zu wenig “amerikanische” Stilistik, Konvention, Rezeptionsgewohnheit verwoben und zugemutet seien.  Die Kulturgeschichtsforschung hat sich aus verschiedenen Blickwinkeln dem Phänomen P.T. Barnum genähert. Ich biete hier ein paar digitale Spuren an, die Filmsehende vielleicht Lust haben zu verfolgen, um nach dem Kinobesuch noch ein bisschen tiefer in die Kiste der Geschichte und Ungereimtheiten des Showbusiness zu klicken.

barnum-poster-960x640Greatest Showman kreist um die zweifelsohne schillernde Figur des Showman, Impresarios, Schaustellers, Museumsdirektors, Zirkusdirektors und frühen Marketing-Exerten Phineas Taylor Barnum (5. Juli 1810–7. April 1891) (im Film gespielt von Hugh Jackman), der, wie der Film illustriert, populäre Unterhaltungsformen wie Ausstellungen von Riesen, Zwergen, ‘Kuriositäten’ etc. zum Industriezweig gestaltete.

Barnum tritt als junger Mann in den dreißiger Jahren einer Schauspielergesellschaft bei, später einer Kunstreitergesellschaft, und macht sich kurz danach selbständig, indem er eine ältere Frau, die er für die “Amme Washingtons” ausgibt, für Geld zur Schau stellt. Er übernimmt 1840 das Amerikanische Museum in New York, ein markant populäres Haus, eine Mixtur aus Zoo, Kuriositätenkabinett und Theater. Später macht er die in seinem Heimatland noch gänzlich unbekannte schwedische Sängerin Jenny Lind in Amerika berühmt (die im aktuellen Musical-Film von Rebecca Ferguson gespielt wird). Barnum selbst hatte sie bis zu ihrem Auftritt in den USA nie gehört, behauptet aber schlicht ihre Berühmtheit auf dem Kontinent, publiziert rege im Vorfeld ihres US-Engagements über ihre Popularität, so dass sie, in den USA angekommen, von einer frenetischen Menge wie ein Star empfangen wird (dabei kennt sie im Grunde noch niemand). Er leitet die Konzerte der irischen Opernsängerin Catharine Hayes und betreut (angeblich) die erste Gastspielreise der französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt in Amerika. Er unternimmt Tourneen mit einer Menagerie und einer asiatischen Karawane, stellt Kinder und Hunde aus. Nach finanziellem Bankrott in den sechziger Jahren – das American Museum brannte 1865 nieder – gelingt ihm mit der Wiedereröffnung des Museums am Broadway der wirtschaftliche Aufschwung.

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Zeichnung von A. R. Waud: Brand des American Museum am 13. Juli 1865, erschienen in Harper’s Weekly, 29. Juli 1865.

Der “Greatest Showman of the World” entdeckt eine Marktlücke in der Präsentation der “Greatest Wonders in the World”: Tiere, Kleinwüchsige, Tätowierte, Menschen mit Gendefekten. Zu seinen bekanntesten Protagonisten gehören sicherlich der Kleinwüchsige Charles Stratton, besser bekannt unter dem Namen “General Tom Thumb” und die behaarte Frau Julia Pastrana.

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P.T. Barnum und “General Tom Thumb” (i.e. Charles Stratton)

Für die damalige Zeit eine Sensation, selbst von Medizinern wegen der anatomischen Besonderheiten der ausgestellten Menschen als Anschauungsobjekte gefragt, sind diese Zurschaustellungen aus heutiger Sicht politisch und ethisch nicht im Geringsten mehr vertretbar. Zahlreiche Studien haben sich mit diesem Thema der “Völkerschauen” und “Freak-Shows” befasst, wie sie Barnum, nach ihm aber auch zahlreiche andere Impresarios der Zeit, veranstalten. Ich nenne hier nur Garland Thomson 1997; Gernig 2001Stammberger 2011.  Die Zeitungen der Zeit berichten in relativer Häufigkeit von Barnums neuesten Unternehmungen, und die starke Medienpräsenz verhilft ihm  zu einem hohen Bekanntheitsgrad auch in Deutschland; seine Unternehmungen bekommen Modellcharakter auch für die Unterhaltungsbranche außerhalb der USA, Barnum wird eine – nicht besonders kritisch reflektierte –Referenz für ‘best-practice showbusiness’.

201110211654Barnum gilt als Pionier marktstrategischen Handelns im Bereich populärer Unterhaltung. Nicht nur, dass er innovative Ideen für seine Exponate entwickelt. Recht schnell erkennt er die damals noch nicht besonders gängige Reklame, das Marketing,  als einen der Kardinalwege zu wirtschaftlichem Erfolg. Seine Überlegungen und Erfahrungen hierzu verschriftlicht er 1884 in The Art of Moneygetting, Or: Hints ad Helps to Make a Fortune; eine Schrift, die rasch auch in andere Sprachen übersetzt wird. Im Deutschen erscheint sie zunächst seriell in der illustrierten Familienzeitschrift Die Gartenlaube, 1887 kommt die Übersetzung durch Leopold Katscher bereits in der zweiten Auflage unter dem Titel Die Kunst Geld zu machen. Nützliche Winke und beherzigenswerhe Rathschläge beim Verlag Elwin Staude, Berlin, heraus. Der Text ist an manchen Stellen verblüffend heutig und gleicht Wirtschafts- und Marketing-Ratgebern, die 100 und weitere Jahre später erscheinen. Es macht Spaß, ihn zu lesen – etwa in der digitalisierten Fassung des Projekt Gutenberg, das aktuell 56.000 copyrightfreie Werke der Weltliteratur verfügbar hält. Auch als Audio-Book sind Barnums “Hints and Helps” disponibel.

Barnums American Museum lässt sich ebenfalls virtuell ‘besichtigen’: im “Lost Museum”:  Das American  Social History Institute und Center for Media and Learning  des Graduate Centers der City University of New York machte in Zusammenarbeit mit dem  Roy Rosenzweig Center for History and New Media der George Mason University im Projekt Lost Museum Bestände, Referenzen und Lehrmaterialien über das Museum digital verfügbar.

 

 

 

 

 

Erinnerung · Experiential Research · Media History · Musikgeschichte · Popkultur · Popular Culture · Social Media

Computerliebe. Ein Essay

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Computer Nr. 3. France Gall. Plattencover von Decca, 1968.

Am 7. Januar 2018 verstarb die Sängerin France Gall (Isabelle Genevieve Marie Anne Gall), der wir den unglaublichen Song Computer Nr 3 verdanken. 1968 kam er heraus, also vor nurmehr 50 Jahren.

Es war mehr Zufall, dass ich vor zwei Jahren über dieses Lied stolperte, das mir bis dato unbekannt war. Wer auf digitalen Plattformen nach Produkten, Personen, Artefakten et cetera sucht, erhält bekanntlich auch automatisch generierte, den Resultaten vergleichbare Empfehlungen verwandter Ergebnisse. So auch auf YouTube. Auf meine Suche nach einem anderen Stück aus den sechziger Jahren wurde mir zum Anhören eben auch Computer Nr. 3 vorgeschlagen. Das empfohlene Video zeigte France Galls Auftritt bei der Endrunde des Ersten Deutschen Schlagerwettbewerbs, die am 4. Juli 1968 live aus der Philharmonie in Berlin im ZDF übertragen wurde. Walter Giller moderierte. Veranstalter war der “Verein zur Förderung der deutschen Tanz- und Unterhaltungsmusik“, Deutschlandfunk, ZDF.

Computer Nr. 3 erreichte Platz 3 im Wettbewerb. (Auf dem ersten Platz lag das Lied Harlekin, gesungen von Siw Malmkvist, auf dem zweiten der Song Wärst du doch in Düsseldorf geblieben, gesungen von Dorthe).

Der Refrain von Computer Nr. 3 lautet:

Der Computer Nr. 3 sucht für mich den richtigen Boy, und die Liebe ist garantiert für beide dabei. Der Computer weiß genau für jeden Mann die richtige Frau, und das Glück fällt im Augenblick aus seiner Kartei.

Verblüffend an diesem Liedtext, der aus der Feder des deutschen Schlagertexters Georg Buscher (1923-2005) stammte, die Komposition von Christian Bruhn (geb. 1934), scheint aus heutiger Sicht die inhaltliche Nähe zu den Leitlinien und Möglichkeiten von online-Dating-Plattformen wie Elite Partner, Parship oder Tinder. Verblüffend deswegen, weil es in den 1960er Jahren diese Plattformen noch nicht gibt, der Text jedoch ihre Möglichkeiten visionär vorwegnimmt; und, mehr noch, ist zwar der Begriff des Computers seit etwa 1962 gebräuchlich; allerdings gibt es keinen Computer, der annähernd zu dem in der Lage ist, was France Gall in ihrem lyrischen Ich sich hier erdichtet: „für jeden Mann die richtige Frau zu finden“. Schaut man in die Geschichte der Computer, so lässt sich für das Entstehungsjahr dieses Songs, 1968, notieren, dass die amerikanische Firma Hewlett Packard den Computer Nr. 9100 A auf den Markt bringt, den ersten technischen Desktop Computer von HP; im Grunde kann man ihn auch als eine Rechenmaschine bezeichnen. In den zeitgenössischen Werbeanzeigen schrieb man ihm allerhand Fähigkeiten zu – , nicht aber, dass er in der Lage sei, Männer und Frauen zu verbinden.

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Computer Nr. 9100A von Hewlett Packard, 1968

France Galls Hit nahm ich zum Anlass, nach weiteren populärkulturellen Phänomenen zu fahnden, die thematisieren, wie neue Technologien zwischenmenschliche Beziehungen verhandeln, befördern oder auch verhindern.

Meine Überlegungen habe ich in Computerliebe _ Ein Essay von Nic Leonhardt zusammengetragen. Sie sind lange nicht vollendet; über Ergänzungen freue ich mich.

“Lange war ich einsam, heut’ bin ich verliebt,
und nur darum ist das so,
weil es die Technik und die Wissenschaft
und Elektronengehirne gibt.”

(France Gall, Computer Nr. 3, 1968)

Global Theatre History · Media History · Publication · Theatre History · Transatlantic Cultural Exchange · Transnational History

new Publication out on “Circulation. Theatrical Mobility and its Professionalization” (Bloomsbury)

A Cultural History of TheatreEdited by Tracy C. Davis and Christopher B. Balme, this new Cultural History of Theatre series offers an insightful survey from ancient times (500 BCE) to the present. The set of six volumes covers a span of 2,500 years, tracing the complexity of the interactions between theatre and culture. Jointly with japanologist Stanca Scholz-Cionca, I contributed a chapter on “Circulation. Theatre Mobility and its Professionalization in the Nineteenth Century,” which is part of the series’ volume no. 5, “A Cultural History of Theatre in the Age of Empire (1800-1920)”, edited by Peter W. Marx.

Nic Leonhardt, Stanca Scholz-Cionca: “Circulation. Theatre Mobility and its Professionalization in the Nineteenth Century”, in: Peter W. Marx (ed.) A Cultural History of Theatre in the Age of Empire (1800-1920). London. Bloomsbury 2017.

 

 

Buchbesprechung · Media History · Wissenschaftsalltag · Work-Life Balance

24 Hours a Day

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“Your purse is magically filled with twenty-four hours of the unmanufactured tissue of the universe of your life!” (A. Bennett, 1910. Photo: Nic Leonhardt)

When reading Cal Newport’s book Deep Work, I came across a handful of references he worked with, which sounded quite intriguing to me. I jotted down the most interesting titles and loaned them from the library. (yes, please call me old-fashioned ;-))
One of these references is Arnold Bennett‘s book How to live on 24 Hours a Day. A book targeting primarily the so called “white-collar workers“, and providing recommendations of how to make the most of a working day.

What is remarkable here is that Bennett’s little ‘guidebook‘ came out in 1910 (i.e. one hundred seven years ago!), – yet that it deals with the same themes like contemporary guidebooks and seminars: You would think that “work-life balance” is a case in point of the 21st century only, but Bennett’s book proves: It is not! Studying How to Live on 24 Hours a Day, I was surprised how similar the problems he addresses, and the advices he offers are to the ones we try to cope with nowadays on a daily basis.

I can only recommend to read the whole book, but for the hasty ones among you: here are some of Bennett’s recommendations in a nutshell. Enjoy!

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You wake up in the morning, and 24 hours are all yours (well, most of them)

„The supply of time is truly a daily miracle, an affair genuinely astonishing when one examines it. You wake up in the morning, and lo! Your purse is magically filled with twenty-four hours of the unmanufactured tissue of the universe of your life! It is yours. It is the most precious of possessions. A highly singular commodity, showered upon you in a manner as singular as the commodity itself! For remark! No one can take it from you. It is unstealable. And no one receives either more or less than you receive.“ (p. 16f)

Enjoy the moment, the Here & Now!

“[Y]ou cannot draw on the future. Impossible to get into debt! You can only waste the passing moment. You cannot waste to-morrow; it is kept for you. You cannot waste the next hour; it is kept for you. You cannot waste the next hour; it is kept for you.” (p. 17)

You have all the time there is

[Y]ou are constantly haunted by suppressed dissatisfaction with your own arrangement of your daily life; […] the primal cause of that inconvenient dissatisfaction is the feeling that you are every day leaving undone something which you would like to do, and which, indeed, you are always hoping to do when you have “more time”; [yet the] glaring, dazzling truth [is] that you never will have “more time,” since you already have all the time there is” (p. 25)

Be patient. Allow for human nature, especially your own 🙂

“Beware of undertaking too much at the start. Be content with quite a little. Allow for accidents, Allow for human nature, especially your own.” (p. 28)

Controlling your Mind (an Exercise)

“When you leave your house, concentrate your mind on a subject (no matter what, to begin with). You will not have gone ten yards before your mind has skipped away under your very eyes and is larking round the corner with another subject. Bring it back by the scruff of the neck. Ere you have reached the station you will have brought it back about forty times. Do not despair. Continue. […] By the regular practice of concentration (as to which there is no secret – save the secret of perseverance) you can tyrannise over your mind (which is not the highest part of you) every hour of the day, and in no matter what place.” (p. 47f)

(Arnold Bennett: How to Live on 24 Hours a Day. New York: George H. Doran Company 1910)