European Theatre · Forscher-Freuden · Global Arts · Global Theatre History · Media History · News · Performance Studies · Publication · Theater international · Theatergeschichte · Theaterwissenschaft · Theatre History · Transatlantic Cultural Exchange · Transnational History

Globale Theatergeschichte schreiben – Ein Porträt im DFG-Magazin

Royal Opera House Mumbai

Kunst darf alles, Theater ist grenzenlos. Wie aber schreibt man ihre Geschichte(n)? – Die performativen Künste aus einer transnationalen, transregionalen, transkulturellen Perspektive zu schreiben, scheint so offenkundig – wie es lange ein Desiderat blieb. Mit einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Reinhart Koselleck Projekt, “Global Theatre History”, das 2010 am Institut für Theaterwissenschaft der LMU München seine Anfänge nahm, haben wir dies zunächst im Kleinen probiert. Das internationale Netzwerk an wissenschaftlichen Partnern wuchs und wuchs in den Jahren. Fragen wurden mehr, unbearbeitete Felder der Theaterhistoriographie poppten auf. Als die Förderung naturgemäß 2016 auslief, waren wir uns schnell einig, dass das erst der Anfang sein konnte. Also formten wir  das Centre for Global Theatre History, um den Diskurs um die historischen Verflechtungen der Theaterkünste über Grenzen hinweg weiterzuführen.
In der aktuellen Ausgabe des DFG-Magazins habe ich über unsere Ansätze und Arbeit berichtet. Zum Artikel geht es hier: Nic Leonhardt: “Der Vorhang fällt nie”. In:  forschung. Das Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2/2018, S. 22–27.
GTH Centre Logo Jan 2017Noch mehr Global Theatre Histories: www.gth.theaterwissenschaft.uni-muenchen.de www.gth.hypotheses.org
Conferences / Symposia · Digital Humanities · European Theatre · Global Theatre History · Theater international · Theatergeschichte · Theaterwissenschaft · Theatre Archives · Theatre History

IFTR World Congress 2018 in Belgrade

IFTR Belgrade 2018From 9 to 13 July, this year’s annual conference of the International Federation for Theatre Research (IFTR) will be taking place in Belgrade, Serbia. The conference theme is highly topical: Theatre and Migration. Theatre, Nation and Identity: Between Migration and Stasis. The programme can be downloaded here or from the conference website.

In Belgrade, I will be meeting with my working group “Digital Humanities and Theatre Research”. Besides, I will give a conference paper entitled “’The show business has gone all to pieces’ – Theatrescapes, Mobility and Stasis during World War I”.

Global Arts · Global Theatre History · Theater in München · Theater international · Theaterwissenschaft · Theaterzauber

5 Kontinente+ und eine Welt – Welt/Bühnen-Premieren am Residenztheater

Weltbühne LogoEs ist ein künstlerisches Experiment, ein kuratorischer Dreh und kreiert neuartige Formen des Teilens, Tauschens und Austauschens im Theaterbetrieb: das Residenztheater München bespielt, maßgeblich initiiert und seit der Spielzeit 2016/17 vorangetrieben durch Dramaturgin Laura Olivi und in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, das Format der „Welt/Bühne“. Der Schwerpunkt liegt hier auf einer internationalen Dramatik. Warum? Unsere Welt ist in einer Weise vernetzt wie nie zuvor. Wir reden von und sind Mitspieler in globalisierten Welten, transnationalem Austausch und Transfer. Den Künsten kommt in diesem Geflecht eine wesentliche Rolle bei. Welche Rollen aber lassen sich der Dramatik in diesem Gefüge zuschreiben? Wie können wir sie global denken, können wir vernetzt schreiben?

Am 23. und 24. Juni, finden im Marstall in München gleich 5 Uraufführungen statt, Weltpremieren von 5 Autorinnen und Autoren aus 5 unterschiedlichen Kontinenten.

Ein Gremium von Theaterschaffenden, Kulturbeauftragten und Theaterwissenschaftlern hatte sich Ende 2016/2017 auf die Suche nach viel versprechenden Nachwuchs-Dramatikern in verschiedenen Teilen der Welt gemacht, nach „emerging voices“ ihrer jeweiligen Herkunftsländer, die Interesse an einer internationalen Schreibwerkstatt und -Workshops und an einem Austausch über die unterschiedlichen Theaterlandschaften, für die sie für gewöhnlich schreiben, hatten.

„Eine Welt? eine Generation? eine Zukunft?“, waren implizite Leitfragen. Wie sehen, wie beschreiben, wie bespielen junge Autoren diese Fragen? Und wie ließe sich dieser Diskurs in einen gemeinsamen Theaterabend gießen?

5 Autorinnen und Autoren wurden ausgewählt:Susanna Fournier (Kanada) – Zainabu Jallo (Nigeria) – Maria Milisavlević (Deutschland) – Santiago Sanguinetti (Uruguay) – Pat-To Yan (Hongkong)

WB_Schreibwerkstatt_Nov_Foto_Fersterer_06
Erstes Treffen der Schreibwerkstatt im November 2017 auf der Probebühne des Residenztheaters. Foto: Konrad Fersterer (www.konradfersterer.com)

In einem ersten Workshop-Wochenende im Herbst 2017, an dem ich moderierend und beratend beteiligt war, kamen wir mit den Autoren zusammen, gemeinsam mit Dramaturgen des Residenztheaters, der Bayerischen Theaterakademie August Everding, Vertretern des Goethe-Instituts.

Was treibt uns an und um, für wen schreiben wir? Welche überlappenden Themen lassen sich finden? Während des Wochenendes fand ein reger Austausch statt, Impulsvorträge, gemeinsame Ausstellungs- und Theaterbesuche, Besichtigungen der Bühnen des Bayerischen Staatsschauspiels und Lesungen. Und am Ende der drei Tage stand die Frage: wer könnte mit wem schreiben, zusammenarbeiten? Welche Themen wirken wie Brücken zwischen den individuellen Arbeiten und Stilen? Welche Struktur könnte der anvisierte gemeinsame Theaterabend haben?

Über das folgende Vierteljahr verfassten die Autorinnen und Autoren erste Teile ihrer Theatertexte. Ein zweiter Workshop im Februar brachte dann die fertigen Texte, ihre Verfasser sowie Dramaturgen, Regisseure, die Partner des Goethe-Instituts sowie Christopher Balme und mich als Vertreter der Münchner Theaterwissenschaft erneut zusammen. Bühnenbildner Maximilian Lindner präsentierte sein Bühnenbild-Konzept, Regisseure und mögliche Besetzungen wurden vorgestellt.

IMG_1300
Zweiter Workshop der Schreibwerkstatt im März 2018 auf der Probebühne des Residenztheaters. Bühnenbildner Maximilian Lindner stellt sein Konzept für den gemeinsamen Theaterabend vor. (Foto: Chris Balme)

Die Autoren verfassten ihre Stücke auf Englisch und Deutsch. Für die Uraufführungen in München wurden sie ins Deutsche übersetzt, mit Bewahrung der englischen Originale in Übertiteln.

Was als Begegnung begann, schlug sich in den Stücken nieder, findet den Weg auf die Bühnen und berührt mehr als nur 5 Kontinente.

Die Website des Residenztheaters dokumentiert in Fotos, Videos und kurzen Texten die Arbeit der Welt/Bühne.

Die Stücke werden am 23. + 24. Juni Marstall zur Ur-Aufführung kommen.

Ich kann es kaum erwarten, diese wunderbaren Autoren wiederzusehen und fiebere den Realisierungen ihrer (gemeinsamen) Ideen entgegen:

Susanna Fournier: antigone lebt*

Zainabu Jallo: White Elephants

Maria Milisavlević: Auf ewig unser Gestern

Santiago Sanguinetti: Bakunin – ein anarchistisches Stück

Pat To Yan: Bis ans Ende ihrer Tage

 

Kooperationspartner:

Bayerische Theaterakademie August Everding, Freunde des Residenztheaters, Goethe-Institut, Institut für Theaterwissenschaft der LMU München, Residenztheater München.

Developing Theatre · Forscher-Freuden · Global Theatre History · Philanthropy · Theater international · Theaterwissenschaft · Theatre Archives · Theatre History · Zeitgeschichte

Forschungsfutter & Flanieren à Paris

 

80ff25aad7e98fb7efb165ac6fe2b14a.jpg
“Blickwispern füllt die Passagen.” –  (Walter Benjamin, Das Passagenwerk , 1927)

Wenn der schöne Trubel des Semesters abklingt und die vorlesungsfreie Zeit beginnt, tauchen wir Forscherinnen gerne in die Archive ab oder ziehen uns in unsere Schreibstuben zurück, um der Recherche und dem Schreiben Zeit und Raum zu geben.    Mit Hilfe eines Karl Ferdinand Werner-Fellowships am Deutschen Historischen Institut Paris werde ich mich im Februar und März den hiesigen Schatzkammern des Wissens, vor allem den UNESCO  Archives, der gut sortierten Bibliothek des DHI und der Bibliothèque Nationale hingeben und freue mich auf viele gute Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen vor Ort. – Und die Kunst zu erleben, die abends wartet, Flâneuse zu sein in der ‘Hauptstadt des 19. Jahrhunderts’.    Mein Aufenthalt steht im Zusammenhang mit dem ERC-Forschungsprojekt Developing Theatre (LMU München, Department Kunstwissenschaften), das sich der Frage nach der Förderung und Beförderung darstellender Künste in Praxis, Theorie und Ausbildung in so genannten Schwellenländern nach dem Zweiten Weltkrieg widmet. Theaterspiel, und -Ausbildung wird unmittelbar nach dem Krieg eine weltweite Wichtigkeit zuteil: als Mittel zur Herstellung internationaler Verbindungen und der Verständigung von Ländern. Developing Theatre unternimmt eine grundlegende Neubewertung der Geschichtsschreibung des Theaters vor dem Hintergrund international koordinierter “Entwicklungs-” und “Modernisierungs-“initiativen und -programme”. Unter dem Stichwort der „Theaterkompetenz“ oder des „Theater-Expertentums“ geht es Fragen nach Finanzierungsorganisationen, Künstler-Ausbildung, -Förderung, -Vernetzung und -Versetzung, nach, beleuchtet die Rolle von Universitäten und Regierungen entlang der „Entwicklungs“diskurse am Beispiel der darstellenden Künste.  Mehr zu diesem groß angelegten Europäischen Forschungsprojekt ist auf der Haupt-Website des Projekts zugänglich. Das Projekt firmiert unter dem Dach des Centre for Global Theatre History. Unser Blog informiert über Neuigkeiten, Funde aus dem Archiv, Events und Konferenzen der mit dem Centre Affiliierten.

Conferences / Symposia · Digital Culture · Digital Humanities · Theater international · Theatergeschichte · Theaterwissenschaft · Theatre Archives · Theatre History · Transnational History · Vortrag, Public Talk

Talk @ Symposium: “European Performing Arts Dataverse” , CREATE Amsterdam, 9-10 Nov, 2017

rollerclog-r-w800-q85-m1427726982

From 9-10 November, the CREATE research programme, University of Amsterdam, holds a workshop on “European Performing Arts Dataverse”, jointly with the Flemish Scientific Research Community “Cultures of Spectacle”.

The workshop seeks to “to assess the feasibility of creating an international framework and data model that would allow for harmonisation of different European datasets on performing arts, in order to facilitate research on transnational and cross-sectoral connections and comparisons”. My talk will be on “DH in Theatre History, and the Challenges of ‘(Trans-)Cultural Interoperability’”. 

Click here for the programme. Attendees welcomes, registration is mandatory.

Hashtags: #EPAD #CREATE #nicleonhardt #DHinTheatre #TheatreHistory

Forscher-Freuden · News · Philanthropy · Theaterwissenschaft · Theatre Archives · Theatre History · Wissenschaftsalltag

Karl-Ferdinand-Werner Fellowship am DHI Paris

DHI-Paris-1

Ich freue mich über und bin dankbar für die Zuweisung eines Karl Ferdinand Werner-Fellowships am Deutschen Historischen Institut (DHI) Paris für das Frühjahr 2018.

Das Fellowship steht im Kontext meiner aktuellen Forschung über Philanthropie und Kulturförderung nach 1945 im Rahmen des ERC-Projekts “Developing Theatre”.

Merci, Paris!