Buchbesprechung · Theatergeschichte · Theaterwissenschaft · Theatre Archives · Theatre History

Alma Seidler. Schauspieler-Biographie von Bernhard A. Macek – Rezension

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Titelseite der Zeitschrift Die Bühne von 1929. Dargestellt ist Alma Seidler.

In diesem Sommer vor 120 Jahren, am 8. Juni 1899, kam die österreichische Schauspielerin Alma Seidler in Leoben (Steiermark) zur Welt. Sie war beinahe durch ihre gesamte, beinahe sechs Jahrzehnte währende Schauspielkarriere Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, ist jedoch außerhalb Österreichs kaum bekannt. Der Wiener Historiker Bernhard A. Macek hat Seidler, die bereits im Dezember 1977 verstarb, nun eine Biographie gewidmet: Alma Seidler. “Österreichs Jahrhundertschauspielerin”. Reich an Quellen und Anekdoten, ist das in einem sehr persönlichen Gestus verfasste Porträt auch ein Einblick in die politisch und historisch einschneidenden Stationen und kulturpolitisch bedeutsamen Phasen des 20. Jahrhunderts.

Anlass für Macek, – seit 2001 in der Wiener Hofburg tätig (zuständig für die Kaiserapartments,  das Sisi Museum und Silberkammer) sowie Leiter des Fachreferats Wiener Stadtgeschichte des Österreichischen Archäologen Bundes –, diese 316 Seite starke Biographie Alma Seidlers anzugehen, war die Überlassung von Dokumenten aus dem Nachlass Seidlers durch deren Vertraute Edith Sonka. In seiner Danksagung hebt er deren Initiative hervor, ohne die „dieses Buch nie zustande gekommen“ wäre (S.6).

Seine Schrift orientiert sich eng an überlieferten Quellenmaterialien, darunter Fotos, Briefe und Aufzeichnungen von Alma Seidler sowie Interviews mit Zeitgenossen der Künstlerin. Zu den konsultierten und ausgewerteten Repositorien gehören unter anderen das Filmarchiv Austria, das Archiv des ORF, die Österreichische Nationalbibliothek, das Österreichische Staatsarchiv, das Theatermuseum der Universität Wien, die Österreichische Mediathek sowie Privatarchive. Das Buch beleuchtet die Kindheit und ersten Bühnenjahre Alma Seidlers, gewährt Einblick in ihre Ehe mit dem Schauspieler Karl Eidlitz und ihre Familie und vergegenwärtigt ihre vor allem zwischen den beiden Weltkriegen gespielten Aufführungen und Erfolge vor dem beinahe ausschließlich österreichischen Publikum. Von wenigen Gastspielen abgesehen, spielte sie überwiegend auf den Bühnen Wiens (darunter Volksoper Wien, wo sie ihre Karriere begann, Akademietheater, Schönbrunner Schlosstheater, Ronacher, Redoutensaal der Hofburg, Theater an der Wien, Theater in der Josefstadt, Volkstheater); in den 1950er Jahren trat sie zudem bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Seidler vermehrt auch für den Film. Bernhard Macek schildert diese Stationen entlang der Materialien, Spielpläne, Zeitungsnotizen, O-Töne und Anekdoten. Das Buch versammelt zahlreiche, (zum Teil beeindruckend künstlerische) Fotografien, die die Schauspielerin in beruflichen und privaten Kontexten zeigen, die jedoch leider nur selten in die Schilderungen argumentativ eingeflochten und genauer und kritisch in Augenschein genommen werden.

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Bernhard A. Macek: Alma Seidler. Österreichs Jahrhundertschauspielerin” (2018).

Der in seiner zeithistorischen Lupe sicherlich wertvollste Abschnitt der Biographie ist die Sektion „Schwere Zeiten im Dritten Reich“. Hier wird einmal mehr deutlich und anschaulich nachgezeichnet, welche Auswirkungen Adolf Hitlers Einmarsch in Österreich (seine Rede auf dem Heldenplatz am 12. März 1938 bedeutete eine Zäsur) und die anschließende Machtergreifung der Nationalsozialisten auch auf die Bühnenpraxis und den beruflichen Alltag und Lebensweg der am Theater Beschäftigten hatten.

Seidlers Mann Karl Eidlitz ging aufgrund seiner jüdischen Herkunft ins Schweizer Exil; Seidler blieb in Wien und bekam – trotz ihrer Ehe mit einem Juden – eine Sondergenehmigung am Burgtheater. Wie alle Bühnen Wiens wurde auch die Burg Gegenstand radikaler Umstrukturierungen, personeller Degradierungen und Entlassungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Seidler, wie Macek in einer ausführlichen Filmographie mit Skizzen zum jeweiligen Filminhalt wissen lässt, immer wieder kleinere Filmrollen an. Bereits 1919 hatte sie eine erste Partie im Stummfilm Brand, bis zum Ende des Krieges fokussierte sie sich jedoch vornehmlich auf die Bühnenarbeit. Macek vermutet, dass ihre gesteigerte Filmtätigkeit nach 1944 mit der von Goebbels verhängten Theatersperre zusammen hing; im selben Jahr war sie in die Dreharbeiten für Wo ist Herr Belling? eingebunden.

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Innenraum des Wiener Burgtheaters. Aufnahme vom August 1945, zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Spielbetriebs. (ÖNB/ Archiv Burgtheater)

Daneben agierte sie in Lesungen für die Bühne, Rundfunk und sprach Hörspiele ein. Auch als Theaterpädagogin war sie gelegentlich aktiv, wie Macek informiert; so hielt sie Gastvorträge  in der 1927 von Paul Kalbeck und Hans Thimig gegründeten „Neuen Schule für dramatischen Unterricht“ hielt oder der Schauspielschülerin Christiane Hörbiger, Tochter Paula Wesselys, Unterricht erteilte.

Alma Seidlers nahezu lückenlose Bühnentätigkeit wurde mit zahlreichen Auszeichnungen honoriert: 1959 etwa feierte das Burgtheater ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum, im gleichen Jahr erhielt sie die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien. Am 4. Mai 1977, wenige Monate vor ihrem Tode, wurde ihr das Große Silberne Ehrenzeichen des Landes Wien zuteil. Ein Porträt Alma Seidlers, gefertigt von Adolf von Dobner, wurde am 7. Dezember 1978 in die Ehrengalerie des Burgtheaters aufgenommen; Als Antwort auf den nur männlichen Darstellern vorbehaltenen Iffland-Ring initiierte die österreichische Bundesregierung den „Alma-Seidler-Ring, dessen erste Honorarin Paul Wessely 1979, selbst enge Kollegin Seidlers wurde. ihr Geburtstort Leoben widmete der Schauspielerin 1996 eine Straße, die Alma Seidler-Straße, Wien eröffnete im Jahre 2000 den „Alma-Seidler-Weg“

Die Stärke von Maceks Biographie Alma Seidlers birgt auch Schwächen: der Autor liest und zeichnet den Lebensweg der Actrice eng am überlieferten Textmaterial, an Verzeichnissen sowie Stimmen von Zeitgenossen und Anekdoten, wie sie die Theaterwelt zuhauf bereit hält. Dadurch legt er zahlreiche interessante Details über Seidler, aber auch den weiteren Theaterkontext ihrer Berufsjahre vor. Diese enge Orientierung führt einerseits eng an die Person/ Persönlichkeit Alma Seidlers heran; sie birgt aber andererseits auch die Gefahr der Distanzlosigkeit zwischen Autor und Porträtierter (wie sie im Besonderen im Genre der Schauspielerbiographien so häufig anzutreffen ist). So tritt an die Stelle einer reflektierten Schilderung ihres beruflichen Lebenswegs allzu häufig ein sich-Einfühlen und liebevoll Huldigen Alma Seidlers, das den Historiker Macek gelegentlich ins Plaudern und Spekulieren geraten lässt. Das ist legitim für eine Leserschaft, die das Anekdotische liebt; es nimmt dem Buch aber eine historisch-kritische Perspektive auf Biographisches, die – gerade wegen der reichen Materialien und der Figur Seidlers als bis dato in der Sekundärliteratur nur marginal repräsentierten Vertreterin einer Schauspielergeneration politischer Zeitenwenden des 20. Jahrhunderts –, dem informationsreichen Buch einen zusätzlichen Mehrwert verliehen hätte. Die Darstellung ist wegen der guten Belege beeindruckend lückenlos; hin und wieder verführt die Materiallage jedoch zu einer zu chronologischen Auflistung der künstlerischen und privaten Etappen.

Alma Seidler sei ein “funkelnder Diamant auf und hinter der Bühne des Burgtheaters” gewesen, formuliert Macek resümierend (S. 261) in seinem Buch, das die “Österreichische Jahrhundertschauspielerin”, so der Untertitel, auf ihrem Lebensweg verfolgt. Ob sie auch Ecken und Kanten hatte? Scheiterte? Welche anderen Facetten ihr wohl zueigen waren? Sie sich stets harmonisch den äußeren Umständen fügte? Es wäre ungleich interessanter, mehr über solcherart Lichtbrechungen zu erfahren. Vielleicht im nächsten Buch; die Grundlagen sind nun im jüngsten geschaffen.

 

 

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Working Paper “The Workshop. On the Genesis of a Global Form”

Montano Workshop Situation
Philippine playwright, director and theatre pedagogue Severino Montano gives instructions to his students at the Arena Theatre, Philippine Normal College, in a workshop, ca. 1955. My current research is tracking Montano’s career paths between the 1930s and 1960s.

There is hardly any context of learning and further education, in which the format of the workshop would not be common. Whether in the private sector, in the arts, in the academia or in theatre: workshops are popular as a format and form of learning in limited time and space. From an intensive preoccupation with the history of workshops in the field of theatre and theatre education, the idea arose to investigate the question of when and how workshops are initiated and to begin to gain a foothold in the training of theatre practitioners. This essay on The Workshop. On the Genesis of a Global Form was written by Christopher Balme and myself. It is also the first issue of a new series of Working Papers produced by our ERC-funded project group Developing Theatre. The project’s blog, http://www.gth.hypotheses.org, will provide information about the series and other working papers in the future.

 

 

 

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Keynote «Mediating Cultural Meanders: Dance, Narration, Music», Gannat, France, 25-28 July, 2019

association des festival culturesI feel honoured for having been invited as a keynote speaker of the conference Indigenous Languages, Traditional Music and Dance within an Intercultural Performance/ Langues autochtones, musiques et danses traditionelles au sein de performances interculturelles in Gannat (Auvergne, France). The conference, organized by Vikrant Kishore (Australia) and Etienne Rougier (France) takes place along with the Festival des Cultures du Monde, which is a part of UNESCO‘s intangible cultural heritage. Gannat is famous for the festival that takes place every summer since 1974.

The conference will be the first of its time. My talk Mediating Cultural Meanders: Dance, Narration, Music” will discuss the circulation of intangible cultural phenomena using the examples of Thai choreographer Pichet Klunchun and his performance “Nijinsky Siam” as well as the figure and stories of Mullah/Hodja Nasreddin.

 

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IFTR 2019 in Shanghai – Talk on Severino Montano and his Arena Theatre in Manila

Arena Theatre Report CoverAt this year’s annual conference of the International Federation for Theatre Research (IFTR) at the Shanghai Theatre Academy in Shanghai, China, I will be sharing a panel on the Rockefeller Foundation’s philanthropic initiatives in the field of theatre after 1950 together with Christopher Balme (LMU Munich), and Jan Creutzenberg (Seoul).

In my talk “Far-Flung | Centre-Staged: Severino Montano’s Arena and the ‘National Theatre’ in Manila in the 1950s and 1960”, I will elaborate on Montano’s establishment of an Arena Theatre in Manila and rural areas in the Philippines in the 1950s and 1960s, sponsored by the Rockefeller Foundation. Severino Montano (1915–1980) was an influential playwright and director. Born in Manila, he received his education in drama and economy primarily in Great Britain and the United States. After 12 years of studying and working abroad, he returned to Manila in order to build up the Arena Theatre and establish drama education in the Philippines.

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Georg II von Meiningen – Interview über den “Theaterherzog” in der WDR-Sendung ‘Zeitzeichen’

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Georg II, Herzog von Sachsen-Meiningen (1826-1914)

“Die Meininger” – in Deutschland kommen Studierende der Theaterwissenschaft um diesen Namen nicht herum. Er steht für die Theatergruppe um Herzog Georg II von Sachsen-Meiningen (1826–1914) und ist beinahe Synonym für eine historistisch präzise und ungleich üppigere Ausgestaltung von Bühne, Kostüm und Spiel im 19. Jahrhundert. Der Kunst- und Geschichte-Interessierte Georg II betrieb für seine Bühnenarbeit ein penibles Studium von Zeit, Kultur und Ästhetik der aufzuführenden Stücke. Maßgeblich begleitet wurde er in seiner Theaterarbeit von seiner dritten Frau, der Schauspielerin Ellen Franz, auch Freifrau von Heldburg (1839–1923), die ihn mit ihrer Erfahrung und Expertise als Schauspielerin enorm unterstützte und in seiner Theatergruppe Organisation, Dramaturgie sowie das Training mit den Schauspielern übernahm (ein Aspekt, den es künftig prominenter zu platzieren gilt im Sinne einer paritätischen Historiographie – denn “die Meininger” – das ist auch Ellen Franz).

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Ellen Franz, Freifrau von Heldburg (1839-1923)

Am 25. Juni ist der Todestag von Georg II. Der WDR bringt in seiner Sendung Zeitzeichen ein Feature über Georg II, für das mich der betreuende Redakteur, Christoph Vormweg, vor wenigen Wochen im Studio in Köln interviewte.

 

wdr logoSendezeiten:

Dienstag, 25. Juni 2019, 9:45-10 Uhr (WDR 5)

Dienstag, 25. Juni 2019, 17:45-18 Uhr (WDR 3)

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Vigilanzkulturen – Neues Forschungsprojekt zu ‘Theatersteuerung’ nach 1918 bewilligt

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Eröffnungssitzung der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung im Deutschen Nationaltheater in Weimar. Am Rednerpult: Friedrich Ebert (LeMO/ DHM)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 22. Mai 2019 den Sonderforschungsbereich 1369, Vigilanzkulturen bewilligt, einen auf 12 Jahre angelegten interdisziplinären Forschungsverbund an der LMU München.

Gemeinsam mit meinem Kollegen Christopher Balme werde ich im Rahmen dieses Projekts das Teilprojekt Theatersteuerung: Theater, Politik und Öffentlichkeit nach 1918 in Deutschland leiten. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise sich das Verhältnis zwischen Theater, Politik und Öffentlichkeit zwischen 1918 und 1936 durch die Aufhebung der Zensur, verstärktes finanzielles Engagement der öffentlichen Hand und Kontrolle durch die öffentliche Meinung, verstanden hier als Presse und Theaterpublikum, veränderte. Theater, so argumentieren wir, lässt sich als Ort der erhöhten, konzentrierten Aufmerksamkeit fassen und somit als (analytischer) Schauplatz einer gesteigerten Responsibiliserung der politischen und künstlerischen Akteure gegenüber dem Publikum. Dem Projekt sind für die erste Förderphase zwei Doktorarbeiten zugeordnet, nämlich Decensorship: Theaterskandale und Öffentlichkeit sowie Vom Hofamt zur charismatischen Herrschaft: Der Intendant als Vigilanzfigur.

Das Projekt nimmt seinen Anlauf zum 1. Juli 2019. Wir freuen uns sehr über die Bewilligung und die kommenden Jahre im gemeinsamen wissenschaftlichen fächerübergreifenden Austausch über das so relevante Thema “Vigilanz”.

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Die Theaterzensur lebt selbst nach ihrer Abschaffung noch weiter… Auszug aus dem “Vorwärts” vom 3. Juni 1919.
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Theatre for Development: Historical & Institutional Perspectives– Conference in Pretoria, March 2020 – CfP

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From 16-20 March 2020, our ERC funded project Developing Theatre: Building Expert Networks for Theatre in Emerging Countries after 1945 at LMU Munich will be organizing an international conference in collaboration with Tshwane University of Technology in Pretoria, South Africa on the topic Theatre for Development (TfD): Historical and Institutional Perspectives. 
The thrust of the conference will be to contextualize the emergence of TfD, especially in the first decades in Africa. From its early beginnings in the 1970s under different nomenclatures and practices –such as “popular theatre”, or “community theatre” – TfD quickly transformed itself into a coherent organizational field capable of attracting significant governmental and NGO funding. It also affected a change in the teaching and practice of theatre studies in many African countries. The argument could be made that the success of TfD in the Global South has contributed significantly to the emergence of Applied Theatre as a sub discipline in many Global North countries.

This conference seeks to explore the genealogy, the varied contexts of its development, theories and institutional perspectives. Key issues the conference will interrogate include the varied manifestations of the genre and its influence across cultures and continents; funding (Governmental and NGOs), networks of individuals and institutions that propelled its rapid growth and acceptance within academic and non-academic contexts.

We welcome contributions which engage with and provoke dialogue about the historiography of the Theatre for Development paradigm. Topics might include, but are not limited to the following:

• Historiography and Archiving of Theatre for Development
• Periodization and diffusion
• Seminal figures and initiators
• The dialectics of Africa’s development and Theatre for Development
• Integrating (new) media into TfD
• The politics of funding (governmental and NGOs) and influence on TfD
• Theories, Training and TfD Practitioners
• Theatre for Development within and outside the academia
• Networks, institutions and organizations
• Critical reflections within the field
• Brecht, Freire, Boal and the emergence of TfD

Deadline for paper proposals (abstract & short biographical note) is 30 May, 2019.

If you have any question or would like to submit a proposal, please contact my colleague Karim Hakib, (Doctoral Researcher ERC Project „Developing Theatre“) 
email: Hakib.Karim@lmu.de

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