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SIBMAS Meeting in Warschau – Konferenz 2.-5. Juni 2020

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Seejungfer. Symbolgestalt der Stadt Warschau am Ufer der Weichsel. 1939 von Ludwika Nitschowa gefertigt.

SIBMAS – das ist die Société Internationale des Bibliothèques et Musées des Arts du Spectacle, eine Gesellschaft, die es seit nurmehr 65 Jahren gibt. Ihre Mitglieder stammen aus 35 unterschiedlichen Ländern. Sie alle teilen  das professionelle Engagement und die Leidenschaft für die darstellenden Künste, Theater, Oper, Tanz, Musical, Puppenspiel, Kostüm, Maske, Bühnenbild, Performance und so weiter. Alle zwei Jahre richtet SIBMAS große Konferenzen aus. Im vergangenen Jahr fand die Tagung in Paris statt; im kommenden Jahr, 2020, werden sich die Mitglieder in Warschau treffen. Das Thema der Konferenz 2020 ist Performing the Future. Institutions and politics of memory.

Seit der Pariser Konferenz bin ich Mitglied des Executive Committee von SIBMAS, seit November 2018 Acting President. Anfang Juni traf sich das ExCom zu seinem jährlichen Meeting in Warschau; auch, um die Veranstaltungsorte für die kommende Konferenz zu besichtigen, die vom Instytut Teatralny organisiert wird. Das Institut liegt inmitten des wunderschönen Lazienki-Parks, einer schier nicht enden wollenden Grünanlage mit Orangerie, dem Königlichem Theater aus dem 18. Jahrhundert, Kunstmuseen, Botanischem Garten, kleinen Schlössern, einem ‘antiken’ Freilichttheater, Gewässern, Skulpturen etc. Die Konferenz wird überwiegend in der Biblioteka Uniwersytecka stattfinden, einem cleveren Bau im Stadtteil Powiśle, direkt an der Weichsel, der 1999 eingeweiht wurde, und dessen Dach komplett bepflanzt ist. Ein weiterer Partner der SIBMAS 2020-Konferenz ist das Museum der Geschichte der polnischen Juden, das erst 2003 eröffnet wurde.

Die Konferenz wird vom 2. –5. Juni 2020 stattfinden.

Der Call for Papers geht im Herbst online.

Forschung · Theater in München · Theatergeschichte · Theaterwissenschaft · Theatre Archives · Theatre History · Wissenschaftsalltag

Vigilanzkulturen – Neues Forschungsprojekt zu ‘Theatersteuerung’ nach 1918 bewilligt

Nationalversammlung weimar 1919 theater
Eröffnungssitzung der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung im Deutschen Nationaltheater in Weimar. Am Rednerpult: Friedrich Ebert (LeMO/ DHM)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 22. Mai 2019 den Sonderforschungsbereich 1369, Vigilanzkulturen bewilligt, einen auf 12 Jahre angelegten interdisziplinären Forschungsverbund an der LMU München.

Gemeinsam mit meinem Kollegen Christopher Balme werde ich im Rahmen dieses Projekts das Teilprojekt Theatersteuerung: Theater, Politik und Öffentlichkeit nach 1918 in Deutschland leiten. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise sich das Verhältnis zwischen Theater, Politik und Öffentlichkeit zwischen 1918 und 1936 durch die Aufhebung der Zensur, verstärktes finanzielles Engagement der öffentlichen Hand und Kontrolle durch die öffentliche Meinung, verstanden hier als Presse und Theaterpublikum, veränderte. Theater, so argumentieren wir, lässt sich als Ort der erhöhten, konzentrierten Aufmerksamkeit fassen und somit als (analytischer) Schauplatz einer gesteigerten Responsibiliserung der politischen und künstlerischen Akteure gegenüber dem Publikum. Dem Projekt sind für die erste Förderphase zwei Doktorarbeiten zugeordnet, nämlich Decensorship: Theaterskandale und Öffentlichkeit sowie Vom Hofamt zur charismatischen Herrschaft: Der Intendant als Vigilanzfigur.

Das Projekt nimmt seinen Anlauf zum 1. Juli 2019. Wir freuen uns sehr über die Bewilligung und die kommenden Jahre im gemeinsamen wissenschaftlichen fächerübergreifenden Austausch über das so relevante Thema “Vigilanz”.

Theaterzensur lebt noch_Vorwärts 3 Juni 1918-2
Die Theaterzensur lebt selbst nach ihrer Abschaffung noch weiter… Auszug aus dem “Vorwärts” vom 3. Juni 1919.
Audio · Forscher-Freuden · Literatur, Lyrik · Popular Culture · Transnational History

Mullah Nasreddin – Text & Audio

Mullah nasreddin Zeichnung
Rückwärts reiten? Hauptsache nicht in des Esels Blickrichtung blicken. Das ist Nasreddin-Logik 🙂

Seit ich Farsi lerne, steigt mein Interesse an der iranischen Kultur und Geschichte mit jedem Tag. Im Gespräch mit iranischen Freunden erwähnten diese die Geschichten von Mullah Nasreddin, und ich begann, sie zu lesen. (Noch auf Deutsch, aber in der Hoffnung, sie auch in naher Zukunft im Original zu lesen). Wenn der Protagonist der humoristischen Prosa vom Balkan bis Zentralasien wirklich gelebt hat, dann, so schätzt man, muss dies im 13./14. Jahrhundert gewesen sein.

Die kurzen Texte sind würzig und witzig, voller Anspielungen und sehr “Eulenspiegelesk”. Wie so oft in humoristischen und satirischen Kurzformen der Literatur werden die Dinge und Worte auch von Nasreddin allzu wörtlich genommen -– und Sachverhalte stets zu seinem Vorteil, in seiner Eigenlogik ausgelegt. Warum er rückwärts auf dem Esel sitzt, wie in der gängigsten Ikonographie von Mullah Nasreddin dargestellt? Weil er nicht in die gleiche Richtung schauen möchte, wie der Esel… Das ist Nasreddins Logik. Sie wäre auch die Logik Till Eulenspiegels.

Im Gespräch mit meinen internationalen Freunden wurde mehr und mehr klar, dass jede Kultur “ihren” Nasreddin hat; er ist gleichsam Protagonist in und für eine imagined community als auch ein Phänomen transkultureller Wanderung. So sammele ich gerade die Varianten und Zuschreibungen dieser Figur und freue mich über Zuschriften, eigene Versionen von Geschichten, Bilder und andere Hinweise! Ihr seht: ein neues kleines Forschungsgebiet trabt los. Noch habe ich jedoch mehr Fragen als Mullah Nasreddin schlitzigspritzige Antworten.

Von Nasreddin existieren mehr als 600 Geschichten. Ich habe begonnen, die schönsten einzusprechen. Für Kinder und Erwachsene, die dort leben, dort und hier. Hoffentlich dann auch bald auf Farsi 🙂  Einige Hörbeispiele finden sich auf der Seite Sprechen/ Audio; ausgewählte Hörproben  auf dem Audio  Widget auf dieser Startseite. Die von mir eingesprochenen Geschichten werden demnächst auch auf YouTube oder Vimeo zu hören sein.

 

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Theatre for Development: Historical & Institutional Perspectives– Conference in Pretoria, March 2020 – CfP

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From 16-20 March 2020, our ERC funded project Developing Theatre: Building Expert Networks for Theatre in Emerging Countries after 1945 at LMU Munich will be organizing an international conference in collaboration with Tshwane University of Technology in Pretoria, South Africa on the topic Theatre for Development (TfD): Historical and Institutional Perspectives. 
The thrust of the conference will be to contextualize the emergence of TfD, especially in the first decades in Africa. From its early beginnings in the 1970s under different nomenclatures and practices –such as “popular theatre”, or “community theatre” – TfD quickly transformed itself into a coherent organizational field capable of attracting significant governmental and NGO funding. It also affected a change in the teaching and practice of theatre studies in many African countries. The argument could be made that the success of TfD in the Global South has contributed significantly to the emergence of Applied Theatre as a sub discipline in many Global North countries.

This conference seeks to explore the genealogy, the varied contexts of its development, theories and institutional perspectives. Key issues the conference will interrogate include the varied manifestations of the genre and its influence across cultures and continents; funding (Governmental and NGOs), networks of individuals and institutions that propelled its rapid growth and acceptance within academic and non-academic contexts.

We welcome contributions which engage with and provoke dialogue about the historiography of the Theatre for Development paradigm. Topics might include, but are not limited to the following:

• Historiography and Archiving of Theatre for Development
• Periodization and diffusion
• Seminal figures and initiators
• The dialectics of Africa’s development and Theatre for Development
• Integrating (new) media into TfD
• The politics of funding (governmental and NGOs) and influence on TfD
• Theories, Training and TfD Practitioners
• Theatre for Development within and outside the academia
• Networks, institutions and organizations
• Critical reflections within the field
• Brecht, Freire, Boal and the emergence of TfD

Deadline for paper proposals (abstract & short biographical note) is 30 May, 2019.

If you have any question or would like to submit a proposal, please contact my colleague Karim Hakib, (Doctoral Researcher ERC Project „Developing Theatre“) 
email: Hakib.Karim@lmu.de

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Ausstellung · bildende Kunst · Kunstgeschichte · News · Publikationen · visual arts · Visual Culture · Vortrag, Public Talk

Wa(h)re Fake Cakes – Katalogtext zur Kunst von Petra Levis

Petra Levis Katalog Cover 2019

Der Katalog zur Ausstellung Petra Levis, Aquarelle/ Watercolors”, herausgegeben vom Centre for Advanced Studies, LMU München, ist im April 2019 erschienen; in ihm ist auch mein Beitrag Wa(h)re Fake Cakes, oder: Das ist kein Bonbon-Glas. Augentäuschung, Sinnlichkeit und Inszenierung von Zeitlichkeit in den Arbeiten von Petra Levis veröffentlicht.

Die Ausstellung wurde am 30. April eröffnet und ist noch bis August in den Räumen des CAS, Seestraße 13, 80802 München, zu sehen. 

Global Arts · Global Theatre History · Performance Studies · Publication · Theater international · Theatergeschichte · Theaterwissenschaft · Theatre History · Transnational History

Online Journal of Global Theatre History – Latest Issue Focuses on Brazil, Japan, and The Levant

 

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Brazil, Japan, Syria: The latest issue of the Journal of Global Theatre History takes its readers to different corners of the world, their theatre cultures and transnational exchanges about eras and genres. The chapters explore central facets of global theatre history and theatre in a global context: the influence of Western aesthetics and aspects of “modernization” and their local adaptation in Japan at the beginning of the 20th century; the transfer and critical negotiation of theatre and theatre education in various post-war Levant cities; and the neoliberal tendencies and interweaving of theatre aesthetics and global economy in cultural sponsorship of Brazilian theatre in the recent past.

The Journal of Global Theatre History is an open access publication edited by Nic Leonhardt and Christopher Balme, Centre for Global Theatre Histories at Ludwig Maximilians University Munich.

Contributors to the latest issue: Ayumi Fujioka, Ziad Adwan, Gustavo Guenzburger.

 

 

Ausstellung · bildende Kunst · Bildtheorie · Global Arts · Nuggets · visual arts · Visual Culture · Vortrag, Public Talk

Vernissage Petra Levis @CAS LMU, 30. April

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Das Center for Advanced Studies (CAS) der LMU München zeigt im Sommersemester 2019
Arbeiten der deutsch-amerikanischen Künstlerin

PETRA LEVIS

Dauer der Ausstellung: 30. April bis 31. Juli 2019
Vernissage: Dienstag, 30. April 2019, 19 Uhr
Einführung: PD Dr. Nic Leonhardt (Theaterwissenschaft, LMU)
Ort: Center for Advanced Studies, Seestraße 13, 80802 München

Das CAS bittet um Anmeldung via e-mail info@cas.lmu.de oder telefonisch 089-2180 72080

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