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sportpoetin blog

Sportpoetisches Schreiben habe ich vor gut zehn Jahren begonnen, als es im Grunde noch gar keine Sportkolumnen gab. Ich liebe es, Sport zu treiben oder anderen dabei zuzuschauen und darüber zu schreiben. Sport kann sehr poetisch sein, auch sehr komödiantisch, wenn wir uns zum Beispiel wieder einmal zu Marionetten der Maschinen, Zeit- und Leistungsmessgeräte  machen.

Sport hat auch eine gewisse Tragik – im Doping etwa -, und er kann sehr emotional wirken. Auf langen Läufen lassen sich Probleme lösen oder Ideen entwickeln, manche Geistesblitze kommen beim Radfahren oder Schwimmen; andere Sportarten, wie Snowboarden oder Windsurfen zum Beispiel, erlauben kaum einen Gedanken weg vom Jetzt – und sind somit ideal, um beruflichen oder privaten Grübeleien zu entfliehen – und das bei körperlichem Flow. Wow! Was will man mehr?!

Mein erster sportpoetischer Text trug den Titel „Zeit(en) nur für dich“ und handelte vom Gewissensbiss, ob wir nun lieber in den Mai tanzen oder einem Trainingsplan folgen sollen. Damals fiel die Antwort „entweder-oder“ aus. Heute sage ich: „einfach beides genießen, das Leben ist doch so kurz“. So ändern sich mit der Zeit Bewusstsein, Stärke, Flexibilität.

Viele meiner sportpoetischen Texte erschienen in Sportzeitschriften, Stadtmagazinen oder in thematischen Sammelbänden, wie zum Beispiel „Masse und Maße auf Malle“ in Mallorca, Insel des Radsports. Zwei Lesungen in meiner Heimatstadt und im Kellertheater Frankfurt folgten.

Mein sportpoetin-Blog versammelt alte und neue Kolumnen, witzig, parabelhaft, nachdenklich, kritisch, Rezensionen zu Sportbüchern und hin und wieder ein paar Tipps zu Sport, Fitness, und Überlegungen, wie wir bei dem ganzen Leistungswahnsinn, der uns in die Zange nehmen will, einigermaßen gesund und gelassen bleiben können.

Viel Spaß beim Lesen und Bewegen!

Hang loose, nicht rum!

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Laufende Meter

Nic nach dem Komen Race for the Cure, Frankfurt, Sept 2014

Zwei Ereignisse ließen mich heute in älteren Sport-Kolumnen stöbern, die ich vor einigen Jahren für das Triathlon-Magazin und das Journal Frankfurt verfasste: Zum Einen läuft ab heute der Countdown zum Halbmarathon in München, der seit Langem noch einmal ein Heimspiel werden soll. Zum Anderen hat beim heutigen London-Marathon die von mir bewunderte Paula Radcliffe offiziell und sehr berührend ihre Karriere beendet. Radcliffe war auch eine der Ersten, die zum Laufen diese merkwürdigen Kompressionsstrümpfe trug, die erst sehr viel später unter Triathleten und Ausdauerläufern zur Standard-Ausstattung gehören sollten (und unter den Socks-Verweigerern für einigen Spott sorgen). In der Kolumne Komm press mich  habe ich die Kompressionsmode aufs Korn genommen (obwohl ich selbst längere Läufe gerne in “Pressgarn” absolviere). Dass Laufen keineswegs etwas für einsame Wölfe ist, sondern durchaus auch Flirt-Potential bergen kann, (aber doch auch manchen verschroben werden lässt), das versucht Der Lauftyp zu zeigen. Mit meinen Freunden immer wieder Sinn und Unsinn eines Marathons zu erörtern, führte zum “Was wäre wenn des Marathons” in Zweiundvierzigkommaeinsneunfünf.

Mitmenschen, die nicht laufen, behaupten gelegentlich, Läufer liefen “vor etwas davon”. Ich glaube, sie laufen auf etwas zu. Im besten Falle laufen sie zu sich selbst.

Tschau, Paula, and thank you for having inspired thousands of couch potatoes!