Global Theatre History · Theatre Archives · Theatre History

Theatre Archives, Museums and Collections

woman-peering-at-dusty-old-museum-displayTheatre is History: it flakes away in the very moment of its production. The show ends, the curtain falls, the stage remains empty… There is hardly any other cultural form as volatile and intangible as theatrical performance. Immediacy and ephemerality characterize theatre, and it is this intangibility that makes it both difficult and challenging to archive, preserve and perpetuate theatre (history).

When they began to establish museums open to everyone in the 19th century, theatre, too, became an object of collections and archives. Thanks to numerous theatre collections in almost all places of the globe, theatre researchers interested in theatre history are able to explore (snippets of) the theatrical past by studying the ‘leftovers’ or tangible traces of theatrical performances such as scripts, text books, reviews, sketches, playbills, paintings, photographs, videos, etc. of both theatre’s production and reception.

I compiled two lists that might serve as useful overviews: Theatre Archives & Collections in Germany and  Theatre Museums in Europe.

The compilations are preliminary and subject to continuous expansion. Suggestions for modification are highly appreciated.

Nuggets

Phonographisch-kinematographischer Unterricht: Ein Vorschlag von G. Lefeuve 1900

Der ERste Internationale Theater-Kongress

Anlässlich des ersten Internationalen Theater-Kongresses in Paris 1900 gelangt ein Vorschlag zu Protokoll, der gleich zweifach verblüffend aktuell scheint; nämlich einmal vor dem Hintergrund des Einsatzes von (digitalen) Technologien im Bereich der Schauspiel- und Tanzausbildung (vgl. etwa W. Forsythe’s „Digital Dance School“, 1994-2011) und zweitens auf dem Gebiet der Archivierung und Vermittlung von Schauspiel- und Körperwissen in Fach-Sammlungen und Ausstellungen.

Es ist der Musikkritiker der Brüsseler Zeitung Indépendance Belge, Gabriel Lefeuve, der sich durch den sinnvollen Einsatz neuer Medien um 1900 Bahnbrechendes für den dramatischen Unterricht und die Bewahrung kulturellen Wissens verspricht. Hier die Notiz zu Lefeuves Vorschlag im Wortlaut (man beachte, dass sich in diesem Jahr die weltweit erste Filmvorführung durch die Skladanowskys lediglich zum fünften Mal jährte!):

 „Eine wahre Revolution des dramatischen Unterrichts verspricht sich Herr Lefeuve von der Benutzung des Phonographen und Kinematographen, die das wirkliche Leben fixieren und die durch Reproduzierung des Spiels und der Deklamation die „Erfindungen“ großer Schauspieler verewigen und die Tradition fortpflanzen helfen. Im Interesse eines solchen phonographisch-kinematographischen Unterrichts, im Interesse der Schauspielkunst überhaupt fordert Herr Lefeuve, daß von jedem im Handel erscheinenden phonographisch-kinematographischen Artikel ein Specimen an ein gesetzliches Depôt abgeliefert werden solle. Desgleichen beantragt er die Gründung von nationalen Theater-Museen, wo Modelle von Theatern, wo Dekorationen, Perücken, Autographien und Biographien gesammelt werden könnten.”   

(Bruno Petzold: „Der erste Internationale Theater-Kongreß“, Bühne und Welt, III. Jg., 1. Halbjahr, 1901)